Reise in die Vergangenheit: Der Audi RS2

In München gibt es das P1. Ein ganz besonderer Club. Die Schönen und Reichen sind dort gerne gesehen und das gleiche galt für einen ganz besonderen Audi. Intern wurde der Audi RS2 nämlich P1 genannt. Ein erstes Indiz für die nahe Zusammenarbeit mit Porsche. Bei Preisen um die 100.000 DM (wir sprechen über das Jahr 1994) definitiv ein Traumwagen und vor allem bis 1996 der leistungsstärkste Audi in der Flotte.

Der Familienwagen mit der Leistung eines Sportwagens, ein Rezept was auch heute noch so bei Audi umgesetzt wird. Kein Wunder, gilt der Audi RS2 doch als Vorgänger der aktuellen RS-Modelle. Der leistungsgesteigerte 2,2 Liter Turbomotor von Audi  hatte 315 Pferdestärken unter der Haube. Diese wurden durch einen modifizierten Turbolader und einem vergrößerten Ladeluftkühler herausgekitzelt. Die Sportauspuffanlage komplettierte die leistungstechnischen Veränderungen. Hinter den 17″ Felgen (übrigens aus dem Hause Porsche) erkennt man die Bremsanlage. Da hat man damals nichts dem Zufall überlassen und verbaute ebenfalls aus dem Rennsport bewährte Technik.

Auf dem ersten Blick ist der Audi RS2 ein Audi 80 Avant mit Porsche-Bauteilen. Auf dem zweiten Blick stimmt das sogar, denn tatsächlich findet man einige Porsche-Teile an diesem Fahrzeug. Ich habe mal etwas genauer hingesehen: Die Blinker sind von einem Porsche 993, die Felgen sind vom 964 von dem auch die Außenspiegel stammen. Die typische RS2-Front, die später zahlreiche Nachahmer im Tuning-Bereich fand und somit als Design- und Stilikone einer ganzen Generation gilt, wurde neu entwickelt. Genauso das typische Audi RS2 Heck. Die Zusammenarbeit mit Porsche sieht man also nicht nur an den Gleichteilen, sondern auch an den Emblemen die das Fahrzeug ziert.

Mit einem Drehmoment von 410 Nm ging es damals auf die Straße, neben den oben schon angesprochenen Veränderungen wurden auch noch der Ansaugtrakt, die Benzin-einspritzung und natürlich das Motormanagement überarbeitet bzw. bearbeitet.

Die vollverzinkte Karosserie sorgt dafür, dass es auch heute noch Audi RS2 Modelle gibt, diese sind allerdings (unverbastelt) sehr hochpreisig. Die Fahrwerte können allerdings auch heute noch überzeugen: Von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden und eine Spitzengeschwindigkeit von über 260 km/h können sich sehen lassen. Leider fielen viele Fahrzeuge „Tuningversuchen“ zum Opfer.

Ein paar Fahrzeuge gibt es noch, eine Wertsteigerung ist abzusehen und ja, es stimmt auch, dass es auch mindestens eine Audi RS2 Limousine gibt, die steht (stand) nämlich mal im Audi Museum!

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