Objects in mirror are closer than they appear – Warum?

Auf sämtlichen Messen in der USA ist mir eine Besonderheit aufgefallen und damit meine ich nicht etwa die anderen Scheinwerfer, Rückleuchten oder Seitenmarkierungsleuchten sondern die Außenspiegel. Diese tragen in der USA (mindestens) auf der Beifahrerseite einen eingravierten / eingelaserten Hinweis, dass die Objekte im Spiegel näher dran sind als diese erscheinen. Wortwörtlich steht bei Fahrzeugen der Marke Volkswagen dort geschrieben: „Objects in mirror are closer than they appear„.

In Korea und aber auch in Indien sind diese Hinweise auch erforderlich, in der USA sorgt gehört der Schriftzug zu den „Motor Vehicle Safety Standards“ und es verwundert einen irgendwie nicht mehr, wenn man weiß, dass in den USA schon Prozesse wegen einer zu heißen Kaffeetasse geführt (und gewonnen) wurden.

Ich bin heute der Sache mit dem Rückspiegel mal auf den Grund gegangen, warum sind diese Objekte näher dran, warum sehen die kleiner aus und warum gibt es diese Warnhinweise? Fragen über Fragen, hier kommen die Antworten:

Warum sind andere Fahrzeuge im Außenspiegel näher dran als es für den Fahrer ersichtlich ist?

Bei Fahrzeugen mit dem Lenkrad auf der linken Seite, sprich Fahrzeugen für den Rechtsverkehr, sind die Spiegel auf der Fahrerseite eben und die Außenspiegel auf der Beifahrerseite kugelförmig (konvex). Da der rechte Außenspiegel weiter entfernt ist, wäre ansonsten ein größerer Spiegel von Nöten. Das sähe nicht nur „unschön“ aus, es wäre auch einfach nicht sinnvoll. Aus dem Grund setzt man einen konvexen Spiegel ein, der zum Nachteil hat, dass das Objekt „etwas“ weiter weg erscheint. Sie haben doch sicherlich einen Löffel in der Küche, schauen Sie einfach mal in einen ebenen Spiegel und anschließend auf die Rückseite eines Löffels und sie werden den Unterschied recht schnell merken.

Warum gibt es die Warnhinweise in den USA?

Es ist Pflicht! Mit der spitzen Feder geschrieben würde ich nun sagen, dass die Hinweise auch besser sind für die Hersteller, denn ansonsten würden viele vermutlich nach einem Unfall den Anwalt anrufen und den Automobilhersteller haftbar machen wollen.

Warum es den Hinweis nicht in Deutschland gibt?

Gute Frage, vermutlich weil hier keiner auf den Gedanken kommen würde den Hersteller zu verklagen? Eventuell liegt es aber auch daran, dass man in Deutschland nur 2-3 Spiegel haben muss um den rückwärtigen Verkehr zu beobachten. Es würde sogar ein linker (ebener) Spiegel und der Innenspiegel reichen und so wurden die Fahrzeuge früher ja auch ausgeliefert. Inzwischen gibt es natürlich keine Neufahrzeuge mehr die ohne rechten Außenspiegel ausgeliefert werden und das ist auch gut so. In Deutschland habe ich den Hinweis allerdings auch schon gesehen, nicht nur auf Import-Fahrzeugen sondern auch auf modifizierten, sprich getunten, Exemplaren – Tune it Safe – mal anders umgesetzt.

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