Können Gehörlose einen Führerschein machen?

Heute dreht sich alles um Gehörlose und auch um die Frage ob Gehörlose einen Führerschein machen können. Die Leichtathletik-Europameisterschaften der Gehörlosen, welche von der European Deaf Sports Organisation inzwischen zum 10. Mal ausgerichtet werden, finden noch bis zum 27. Juli in Bochum-Wattenscheid statt. Mehr als 165 Athleten aus 27 Nationen kämpfen im Lohrheidestadion (Stadion der SG Wattenscheid 09) um die Medallien.

Traditionell kann der DGS, das ist Deutschlands ältester Behindertensportverband, auf die Unterstützung von Volkswagen bei seinen Veranstaltungen zählen. Bereits seit den Deaflympics im Jahre 1997, das waren die Olympischen Spielen der Gehörlosen in Kopenhagen, ist Volkswagen Mobilitätspartner des DGS.

Gerd Voss, Leiter der Volkswagen Sportkommunikation: „Bei 22 Jahren Partnerschaft ist es für uns schon gelebte Tradition, für die Mobilität der gehörlosen Sportler bei ihren Wettkämpfen zu sorgen. Mit unserer Sportförderung übernehmen wir an dieser Stelle gerne gesellschaftliche Verantwortung. Dies ist ein wichtiger Bestandteil der Volkswagen-Identität.“

Damit die Athletinnen und Athleten während des Turniers auch mobil sind, stellt Volkswagen dem Verband gleich 16 Fahrzeuge zur Verfügung.

Fahrdienstleiter Frank Hay (vorne Mitte) holte am Donnerstag gemeinsam mit seinem Team die Shuttle-Fahrzeuge für die EM im Werk Wolfsburg ab.

Doch dürfen Gehörlose Autos fahren und einen Führerschein machen?

Selbstverständlich! Wir haben hier ein paar Fakten zusammengetragen:Über 300.000 Menschen leben in Deutschland derzeitig mit einer Schwerhörigeit bzw. gelten als gehörlos. Damals war es gehörlosen Menschen in der Tat untersagt ein Fahrzeug zu lenken, doch Gehörlosenverbände konnten sich durchsetzen.

Es gibt inzwischen spezielle Fahrschulen für Gehörlose. Wer einen Führerschein anstrebt, muss allerdings seine Verkehrstauglichkeit bestätigen lassen und es dürfen keine weiteren Einschränkungen (Störung des Gleichgewichts, Störung des Sehvermögens) vorliegen. Manchmal wird auch noch die Teilnahme an einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung und ggf. auch noch eine Fahrprobe gefordert.

Wer das Atest vom Arzt in der Tasche hat, kann sich eine geeignete Fahrschule aussuchen. Dort gibt es dann neben dem geschulten Personal auch das passende Lehrmaterial. In den Fahrschulen gibt es dann ggf. auch einen Dolmetscher der in Gebärdensprache unterstützt. Die Handzeichen für die Fahrten werden vorher vereinbart.

Nach den Pflichtstunden in Theorie und Praxis kommt dann die Prüfung. Hier werden die Fahranweisungen ebenfalls über Handzeichen gegeben. Die Kosten für einen Führerschein fallen für Gehörlose in der Regel etwas höher aus, das liegt vor allem daran, dass die Ausbildungszeit insg. etwas länger ist.

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