Ein Blick in die Zukunft: Monitor als Rückspiegel

Ende dieses Jahres geht der Audi R8 e-tron ja in Kleinserie, doch bei der Fertigung gibt es ein kleines Problem. Wie auch die beiden Siegerautos von Le Mans verfügt der Audi R8 e-tron über keine Heckscheibe. Auf den gewohnten Blick in den Rückspiegel muss der elitäre Fahrer dann trotzdem nicht verzichten, ein Kamera-Monitor-System kommt zum ersten mal serienmäßig zum Einsatz.

Bei Concept-Fahrzeugen hat man schon häufig anstatt konventioneller Innenspiegel kleine Displays gesehen. Rückfahrkameras gibt es auch schon in Innenspiegeln eingebaut, doch komplett digital – inkl. Kamera – das ist Neuland! Ein Steuergerät sorgt für den Kontrast bzw. die Brillianz und bei Dunkelheit kann man das Display dimmen bzw. sogar deaktivieren. Die Kamera ist aerodynamisch optimiert untergebracht und das Gehäuse wird auch beheizt, damit das System auch im Winter gut funktioniert.

© Audi 2012

Die digitale Lösung bietet übrigens ein entscheidenden Vorteil gegenüber den herkömmlichen Innenspiegeln. Durch das kleine weitwinkelige Objektiv, kann nun ein größeres Sichtfeld abgedeckt werden. Das Display ist übrigens kein LCD Monitor, sondern verfügt über die AMOLED-Technik von Samsung. Auf eine Hintergrundbeleuchtung kann bei dieser Technik verzichtet werden. Audi plant übrigens auch weitere Informationen auf diesem Monitor anzeigen zu lassen, was ja bei der Größe von 7,7″ Diagonale durchaus Sinn machen würde.

Die AMOLED-Technologie ist ausgereift und wird schon bei Mobiltelefonen eingesetzt, gerade die flache Bauweise macht diese Technik interessant für den Automobilbau. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist das Gewicht sowie die Energieeffizienz, die LED Technik setzt sich also nicht nur bei den Beleuchtungen sondern auch bei den Monitoren durch. Die kurze Schaltzeit, die bei LED Rückleuchten und Bremsleuchten ja als Mehrwert bereits bekannt ist, dauert bei der AMOLED Technik nur wenige Millisekunden, unabhängig von der Umgebungstemperaturen. Damit spielt das Display seinen Trumpf gegenüber der LCD Technik aus, da reagieren die Kristalle bei kalten Temperaturen deutlich träger. Vorsprung durch Technik, man darf gespannt sein wann diese Technik auch in anderen Serienfahrzeugen verbaut wird. Im Rennsport erprobt erwies sich das System als zuverlässig, dennoch kommen außen noch zwei herkömmliche Rückspiegel zum Einsatz, sicher ist sicher!

In einem Fahrsimulator von Audi durfte ich schon mal das rein virtuelle System erleben, ich muss gestehen, an einen Monitor als Innenspiegel könnte ich mich gewöhnen, zumal dann hintere Kopfstützen, Insassen oder Gepäck die Sicht nicht versperren würden.

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