Audi: Vorsprung durch GFK-Technik!

Es war vor zwei Jahren, da saß ich auf einer GFK-Feder, hab mich mit Entwicklungs-Ingenieuren von Audi über den Werkstoff und die Vorteile / Nachteile unterhalten. Die Vorteile liegen ganz klar auf der Hand: GFK kann a) nicht rosten und ist b) leichter als eine herkömmliche Stahlfeder.

GFK als Feder ist bei Blattfedern übrigens schon ein „alter Hut“ und auch andere Hersteller haben mit dem Werkstoff schon experimentiert, jedoch in großen Serien kam der Werkstoff bei Fahrwerksfedern noch nicht zum Einsatz. Die ersten Blattfedern wurden bereits im Jahre 1980 auf den Markt gebracht.

Wie gesagt, ich hatte schon einmal das Vergnügen und jetzt, knapp zwei Jahre später gibt Audi den nächsten Meilenstein bekannt:

Der Hersteller Audi möchte die Führungsrolle im automobilen Leichtbau stärken und bringt aus diesem Grund noch in diesem Jahr die neuen Federn auf den Markt. Über das genaue Modell wird noch nicht gesprochen, aber der Hinweis „obere Mittelklasse“ gibt kaum noch Raum für Spekulationen.

„Die GFK-Feder, die Audi gemeinsam mit einem italienischem Lieferanten entwickelt hat, unterscheidet sich schon optisch von einer Stahlfeder. Sie ist hellgrün gefärbt, ihr Faserstrang ist dicker, als der Draht einer Stahlfeder, ihr Gesamtdurchmesser bei geringerer Windungsanzahl etwas größer. Vor allem aber ist sie um gut 40 Prozent leichter: Während eine Stahlfeder für ein Modell der oberen Mittelklasse knapp 2,7 Kilogramm wiegt, beschränkt sich die GFK-Feder bei gleichen Eigenschaften auf zirka 1,6 Kilogramm. Gemeinsam senken die vier GFK-Federn das Gewicht folglich um etwa 4,4 Kilogramm – eine Verbesserung, die zur Hälfte den ungefederten Massen zugute kommt.“

Das Thema ungefederte Massen liegt auch Prof. Dr. Ulrich Hackenberg am Herzen: „Mit den GFK-Federn sparen wir Gewicht an entscheidender Stelle im Fahrwerkssystem. Dadurch erhöhen wir zusätzlich die Fahrpräzision und verbessern den Schwingungskomfort.“, sagt der Vorstand Technische Entwicklung, der AUDI AG.

Die Glasfasern werden übrigens mit Epoxidharz durchtränkt und anschließend miteinander verdrillt. Um diese „Seele“ wickelt eine Maschine dann abwechselnd weitere Fasern. Im letzten Schritt wird das GFK-Bauteil getempert. Dabei werden die GFK-Federn bei Temperaturen von über 100°C ausgehärtet.

Weitere Vorteile? Die GFK-Federn lassen sich exakt auf die jeweiligen Aufgaben abstimmen, das Material ist, wie schon erwähnt, frei von Korrosion. Das gilt übrigens auch bei Steinschlägen und während Chemikalien wie z.B. Felgenreiniger die Korrosion von normalen Stahlfedern fördern kann, ist GFK gegen den Reiniger unempfindlich. Ganz nebenbei erwähnt spart man Energie ein, denn beim Herstellungsprozess von herkömmlichen Stahlfedern wird mehr Energie aufgewendet.

Fotos: Jens Stratmann / Quelle: Pressemitteilung Audi 2014

 

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