Audi erforscht die 25. Stunde – Was machen wir in der Zukunft im Auto?

Ein Jahr hat 365 Tage, ein Tag hat 24 Stunden. Doch warum erforscht Audi nun die 25. Stunde?

Was ist die 25. Stunde? Durchschnittlich verbringen Autofahrer ca. 50 Minuten pro Tag hinter dem Lenkrad, Audi untersucht im Rahmen des Projektes „25. Stunde“ wie man diese Zeit in einem selbfahrenden Fahrzeug besser nutzen könnte.

In einem ersten Schritt wurden Menschen in Hamburg, San Francisco und Tokyo begleitet. Der Fokus des Projekt-Teams lag dabei auf zwei Aspekten: „Wie wird Infotainment heute im Auto genutzt?“ und ebenso wurde die Frage geklärt: „Was würden die Menschen gerne in ihrer freien Zeit im Auto der Zukunft machen?“

In einem weiteren Schritt wurden drei verschiedene Zeitmodi für Aktivitäten im selbstfahrenden Fahrzeug definiert: Qualitätszeit, produktive Zeit und Erholungszeit. In der sogenannten „Quality Time“ verbringt man diese aktiv mit den Kindern, telefoniert mit Familie oder Freunden. In der produktiven Zeit wird gearbeitet und in der Erholungszeit wird gelesen, im Internet gesurft oder man sieht sich einen Film an.

Um diese Zeitmodi weiter zu erforschen, holte sich Audi nun die Unterstützung der Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut. In der aktuellen Forschungsreihe konzentriert sich das 25. Stunde-Team vor allem auf die „Arbeitszeit“.

Der Sache bin ich auf den Grund gegangen und gemeinsam werfen wir nun einen Blick in die Zukunft und klären die Frage: Wie sieht ein Premiumerlebnis im selbstfahrenden Auto aus?

Genau an der Beantwortung dieser Frage arbeitet Audi in einem Forschungsprojekt welches in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO ausgearbeitet wird. Die Experten für die Interaktionen zwischen Mensch und Maschine haben mit einem futuristischen Fahrsimulator diverse Tests mit Probanden gemacht. Dort wurde zum Beispiel untersucht, wie das Interieur zum perfekten Arbeitsplatz wird.

Die daraus resultierenden Erkenntnisse sollen dem Autohersteller helfen, in der Zukunft jedem Nutzer seinen persönlich optimierten, sehr individuellen, Innenraum im Auto bieten zu können.

Audi Summit experience

„Wenn Autos keine Lenkräder mehr haben, lässt sich Premiummobilität neu definieren. In Zukunft können Menschen auf dem Weg von A nach B entspannt im Internet surfen, mit ihren Kindern spielen – oder konzentriert arbeiten. Zusammen mit den Fraunhofer-Experten wollen wir herausfinden, was wichtig ist, um seine Zeit im selbstfahrenden Auto optimal zu nutzen.“, sagt Melanie Goldmann, Leiterin der Kultur- und Trend-Kommunikation bei Audi.

Der Testaufbau: Im Fraunhofer-Institut in Stuttgart baute Audi einen Fahrsimulator auf, der das automatisierte Fahren simuliert. Die Konsole hat einen variablen Innenraum, kommt ohne Lendkrad daher und simuliert ebenfalls eine Stadfahrt durch die Nacht. Die Scheiben lassen sich dimmen, man kann die Geräuschkulisse verändern und auf die Displays können die Wissenschaftler digitale „Störreize“ einbringen um den Fahrer zu testen.

For the laboratory experiment at the Fraunhofer Institute in Stuttgart, Audi has specially built a driving simulator that reproduces the situation of automated driving: with a variable interior and without a steering wheel. Large-scale projections convey the impression of a city drive by night. Via displays, the researchers can introduce digital distractions, the windows can be dimmed, and the color of the lighting and noise background change.

Die sogenannten Millenials, also alle die nach 1980 geboren wurden und selbstfahrenden Automobilen eher aufgeschlossen gegenüber sind, standen im Fokus dieses Laborexperiments. Schade, ich selbst bin ein Jahr zu alt gewesen, hätte mich aber gerne selbst getestet. Die 30 Probanden bewältigten während des Experiments verschiedene Konzentrationsaufgaben. Damit sollte eine Arbeitssitutation nachgestellt werden. Während des Tests wurden über ein EEG die Gehirnströme gemessen. Ergänzt wurden diese Ergebnisse durch Reaktionszeiten, subjektive Eindrücke und Fehlerraten.

Das Ergebnis der Forschung? Die Ergebnisse der EEG-Messung waren eindeutig: „Das menschliche Gehirn wird in einem Interieur ohne störende Einflüsse weniger beansprucht.“ Die Scheiben wurden für den Fall gedimmt, die Lichteinstellungen im Fahrzeug optimiert und digitale Nachrichten (Ablenkungen) wurden unterdrückt. Die Aufgaben wurden besser und schneller gelöst. Die Probanden gaben auch an, weniger abgelenkt zu sein.

Wie sieht ein Premiumerlebnis im selbstfahrenden Auto aus? Daran forscht Audi in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Die Experten für Mensch-Maschine-Interaktion haben im futuristischen Fahrsimulator untersucht, wie das Interieur zum perfekten Arbeitsplatz wird. Die Erkenntnisse helfen dem Autohersteller, künftig jedem Nutzer seinen persönlich optimierten Innenraum im Auto zu bieten.

Die „realitätsnahe“ Fahrsituation im Simulator beanspruchte das Gehirn allerdings mehr. Grund dafür: Die höhere Ablenkung, die Probanden sahen Werbung, bekamen News aus ihren sozialen Netzwerken und durften nicht von den abgedunkelten Scheiben und dem angenehmen Licht profitieren.

„Die Ergebnisse belegen, es kommt auf die richtige Balance an. In einer digitalen Zukunft sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt, wir könnten alles im Auto anbieten – eine wahre Flut an Informationen. Wir wollen aber den Mensch in den Mittelpunkt stellen. Das Auto soll zu einer intelligenten Membran werden. Die richtigen Informationen sollen den Nutzer zur richtigen Zeit erreichen.“, sagt Goldmann.

Die Zukunft ist und bleibt spannend!

Fotos: © Audi Deutschland 2017

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