Ab dem 01.05. gibt es „andere Punkte“ in Flensburg!

„Mit dem neuen „Fahreignungsregister“ (FAER) wird das Verkehrszentralregister (VZR) und mit dem „Fahreignungs-Bewertungssystem“ das „Mehrfachtäter-Punktsystem“ abgelöst.“ – Was für ein Beamten-Deutsch, oder? Dabei soll doch nun alles einfacher, transparenter und vor allem gerechter werden. Fakt ist: Los geht es mit dem neuen Fahreignungsregister am 01.05.2014 und direkt ab dem Tag könnten dann auch schon die neuen Punkte vergeben werden.

Es gibt nun drei Stufen die man „erreichen“ kann, es aber besser sein lassen sollte. Bei einem Punktestand von 1 bis 3 Punkten gibt es eine Vormerkung ohne weitere Maßnahme. Bei dem 4. Punkt gibt es eine Ermahnung. Wer 4 bzw. 5 Punkte hat (1. Stufe) kann durch die freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungseminar einen Punkt abbauen. Das gilt nicht mehr wenn die 2. Stufe gezündet wird, denn die gibt es bei einem Punktestand von 6 bis 7 Punkten. Ab diesem Punktestand kann ein Seminar zwar besucht werden, es führt aber nicht zur Reduzierung des Punktestandes. Die Fahrerlaubnis wird beim Erreichen von 8 oder mehr Punkten (das wäre dann die 3. Stufe) entzogen.

Was ist noch neu? Jede Tat und die jeweiligen Punkte verfallen nach festen Tilgungsfristen: Straftaten mit Entziehung der Fahrerlaubnis nach 10 Jahren, Straftaten ohne Entziehung der Fahrerlaubnis nach 5 Jahren, besonders schwere Ordnungswidrigkeiten ebenfalls nach 5 Jahren und schwere Ordnungswidrigkeiten nach 2,5 Jahren. Endgültig gelöscht werden die jeweiligen Eintragungen allerdings erst nach einem weiteren Jahr. Überliegefrist nennt der Amtsschimmel die Wartefrist, die korrekte Berechnungen ermöglichen lassen soll. Berechnende Autofahrer sollten auch wissen, dass erst ab einem Bußgeld von 60 Euro der Punkteeintrag erfolgt – im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Bußgelder erhöht werden.

Es wird aber auch etwas gerechter, denn im Fahreignungsregister werden ausschließlich verkehrssicherheitsrelevante Verstöße erfasst. Auf die Erfassung von Verstößen, die keinen direkten Einfluss auf die Verkehrssicherheit haben, wird – wenn alles so bleibt wie nun angedacht – verzichtet. Die Punkte entstehen am Tattag und werden auch dementsprechend eingetragen.

Wofür gibt es direkt Punkte? Nichteinhalten des Abstandes von einem vorausfahrenden Fahrzeug bei einer Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h, wer den Mindestabstand da nicht einhält fährt sich direkt mindestens zwei Punkte ein. Zwei Punkte bekommt auch derjenige, der auf der Autobahn den Seitenstreifen zum Zwecke des schnelleren Vorwärtskommens benutzt. Bei einer Geschwindigkeitsübertretung ab 21-25 km/h gibt es einen Punkt, darüber hinaus hagelt es nicht nur Bußgelder sondern auch Punkte. Wer auf der Autobahn übrigens das Rechtsfahrgebot missachtet – und ich gestehe, dieser Punkt wird viel zu selten kontrolliert – der kann sich auch einen Punkt einfangen. Drei Punkte gibt es für eine überfahrene rote Ampel, es können unter Umständen sogar 4 Punkte werden. Wer außerorts rechts überholt, sich schnell 3 Punkte einfängt. Aber auch die kleinen Vergehen werden teurer. Falsch Parken wird nun auch mit einem höheren Verwarnend belegt. Wer frei ist von Fehlverhalten, der werfe nun den ersten Stein. Freisprechen kann sich davon wohl keiner, wer bei der Autofahrt telefonieren möchte, sollte allerdings die Freisprechanlage benutzen, denn ansonsten… …hagelt es Punkte – und auch wenn man heutzutage überall Punkte bzw. Meilen sammelt, in Flensburg sollte man es nicht versuchen, denn da kann man höchstens durch den Führerscheinentzug belohnt werden.

Den aktuellen Punktestand kann man übrigens beim KBA anfragen, der wird passend zum 01.05. umgerechnet.

Weitere Informationen gibt es z.B. auf den Webseiten vom KBA bzw. vom BMVI.

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